Wer sind eigentlich die Helden hinter den Turntables und Maschinen, die euch zum Tanzen und zum Schreien bringen? Die sich die Nächte mit euch um die Ohren schlagen und denen euer musikalisches Wohlergehen so wichtig ist? Wie kamen sie zu den Platten und wie waren ihre ersten Schritte? Was hat die neue DJ-Generation für Pläne und was sind ihre Vorstellungen? Wer sind die Menschen hinter den Künstlern?
Diese Fragen hat Doreen für euch gestellt und hier erfahrt ihr die Antworten aus erster Hand! Wir geben der neuen Helden-Generation in unserem Land eine Stimme! Wir zeigen euch die Künstler und Crews der aktuellen Stunde im Portrait. Aber natürlich geben wir uns nicht mit einem einfachen Interview zufrieden, sondern wir liefern euch dazu auch ein exklusives Mx-Set als MP3 zum Download um euch akustisch die Neuen Helden näher zu bringen.
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Ein Interview mal anders herum, Doreen verrät euch mehr über die Beweggründe und Ambitionen, welche zum Start des inzwischen sehr erfolgreichen Projektes führten. Erfahrt mehr über die Arbeit und Abläufe bei der Umsetzung zu einem neuen Interview. Vom ersten Kontakt bis zur endgültigen Veröffentlichung - die Arbeit und Mühen, die in der Sache stecken werden Euch in einem lockeren Gespräch rübergebracht.
Im Talk mit Bastian von unserer Partnerseite SOLE-CLUBBING.DE bekommt ihr einen interessanten Einblick zur Geschichte hinter den NEUEN HELDEN, eine kurze Rückblende auf das TEKNORULEZ-Projekt allgemein sowie einen Ausblick auf die Zukunft.
Unser Projekt „Neue Helden braucht das Land“ war seit Beginn nicht nur darauf ausgerichtet DJ´s, sondern auch Künstler die aus dem allgemein bekannten Rahmen fallen, vorzustellen. In diesem Sinne glaube ich, es gibt keinen Künstler, der mehr aus dem Rahmen fällt und sich verschiedener Klischees bedient als ALEXANDER MARCUS dies tut!
Die Chance einen so unkonventionellen Entertainer zu interviewen wurde mir von dem Veranstalter der "Love-Music-Dreams" Party, die am 19.09.09 im Airpark Merseburg stattfand, angeboten.
Am Abend des Auftritts durfte ich mir bereits einen kleinen Einblick, vor dem offiziellen Start der Veranstaltung, verschaffen. Leider ergab sich nicht die Möglichkeit, vorweg ein Gespräch mit Alexander Marcus zu führen, da er später als geplant von einem zuvorigen Auftritt anreiste und es gegen 21.00 Uhr noch einen Soundcheck geben sollte. Gegen 2.00 Uhr Nachts war sein, für mich sehr beeindruckender Auftritt, beendet. Unmittelbar vor unserem verabredeten Interview- Termin wurde mir jedoch mitgeteilt, dass Alexander Marcus auf Grund seines langen Arbeitstages zu keinem Gespräch mehr bereit ist. Sehr schade, doch dafür hatte ich Verständnis.
Ich wurde damit getröstet, dass mir meine Fragen schriftlich beantwortet werden sollten. Diese Antworten könnt ihr nun in nachfolgendem, schriftlichem Interview nachlesen.
Das Interview
Du gingst mit 18. Jahren nach New York, was hat dich dazu bewogen hin aber auch 2005 wieder zurück zu kehren?
Ich bin wegen der Musik nach Deutschland zurückgekehrt. Ich wollte deutschsprachige Musik machen und außerdem fühle ich mich hier wohler. Amerika ist toll, aber hier bin ich zuhause.
Da du die Musik-Genres Schlager und Electro in deinen Tracks vereinst, stellen sich mir spontan die Fragen:
-Aus welcher Musik-Szene du direkt kommst (was hast du früher gehört?) Man kann nicht sagen, dass ich aus irgendeiner Szene komme. Szenen sind wie Schubladen. Die Leute kleiden sich auf bestimmte Art, hören bestimmte Musik. Ich habe immer gerne gute Musik gehört, egal woher sie kommt.
- Wie genau hat sich dein Stil ergeben (eher aus dem Schlager heraus, oder mehr aus dem Elektronischen)? Aus beidem, da ich beide Richtungen mochte und es überfällig fand, dass man sie mal vermischt.
Wer durfte sich als erstes deine neue „Mischung“ anhören und wie waren die ersten Reaktionen? Meine Freunde waren alle begeistert, aber ich habe es auch ein paar Plattenfirmen am Anfang vorgespielt, die waren alle komplett entsetzt. Einige waren richtig sauer, dass ich ihnen ihre Zeit stehle.
Dein Video zu "Papaya" - z. B. - ist ja jetzt nicht unbedingt dramatisch, melancholisch oder depressiv (wie die Musik selber), aber wie ernst nimmst du dich als Künstler, und wo willst du noch hin? Als welche Art Künstler siehst du dich eher (Entertainer, Schauspieler oder moderner Schlagersänger)? Ich bin in erster Linie Entertainer. Daß die Leute einen schönen Abend bei meinen Shows haben und Spaß haben ist mir wichtiger als ob ich selbst irgendwie besonders cool oder sexy herüberkomme.
Wer hatte die Idee zu dem Video zu „Papaya“ ?
Mein Regisseur Andi Coupon und ich wollten unbedingt ein Video mit mir im Wasser drehen und dann haben wir ein paar lustige Ideen gesammelt und los ging’s. Das Video war innerhalb von Stunden komplett fertig. Als das Video entstand war dir von vornherein an klar dass es bei YouTube hochgeladen wird oder war es zu diesem Zeitpunkt noch ein Spaß?
„Papaya“ war ja schon mein drittes Video, ich hatte zu diesem Zeitpunkt schon Shows gespielt und arbeitete schon an meinem ersten Album. Es war schon eine ernste Angelegenheit. Hat dich der Erfolg sehr überrascht? Was glaubst du, warum „Papaya“ so erfolgreich geworden ist?
Weil es einzigartig ist. Weil es noch nie solch ein Video vorher gab. Weil wir uns nicht an die Gesetze des allgemeinen guten Geschmacks gehalten haben sondern die einfach hinter uns gelassen haben. Was kam nach dem YouTube Video? Ist das eingetreten, von dem alle YouTube- und MySpace- Sänger träumen, Plattenfirmen haben um DICH geworben?
Irgendwann war da ein Riesen-Hype um mich und viele Firmen kamen tatsächlich an. Aber da hatte ich schon bei Kontor unterschrieben.
Wie weit hat sich der Künstler Alexander Marcus selbst entwickelt und inwiefern hat das Management Einfluss darauf genommen?
Überhaupt nicht. Alle künstlerischen Entscheidungen werden nur von mir getroffen, das war mir von Anfang an wichtig. Viele Köche verderben den Brei, ich lasse daher niemanden Einfluss auf meine Musik oder meine Videos nehmen. Glaubst du, du wärst ohne Youtube so erfolgreich geworden?
Auf keinen Fall. Keine Plattenfirma hätte mir und der Electrolore eine Chance gegeben, erst als ich schon bekannt war und daher hätte keiner überhaupt etwas von mir mitkriegen können.
Nach deinem Debut steht dem kommerziellen Erfolg wohl nichts mehr im Weg…was für jeden Künstler natürlich eine gute Resonanz bedeutet und ihn sehr weit nach "oben" komplimentieren kann. Da dein Stil nun mehr oder weniger revolutionär ist, könntest du eine art "Godfather of Electro-Schlager" sein/werden! Möchtest du denn lieber den momentanen Triumph genießen oder hast du vor, dich und deinen Stil weiter auszubauen und dich zu entwickeln?
Ich habe gerade mein neues Album „Mega“ fertiggestellt und ich denke, dass ich mich weiterentwickelt habe, aber es ist trotzdem ein typisches Alexander Marcus-Album. Es geht auf einigen Songs mehr in Richtung NDW und die Beats sind etwas ausgefeilter. Ich hätte es in Der Tat zu langweilig gefunden, wenn ich einfach einen Abklatsch des ersten Albums gemacht hätte, nur um nichts zu riskieren.
Wo, also in welchen Regionen/Bundesländern, wirst du herzlicher empfangen oder am meisten "gefeiert", kannst du schon Prognosen dazu abgeben und die Fankultur einschätzen?
Im Süden geht es noch nicht ganz so ab, sonst ist eigentlich überall eine Riesenstimmung – egal ob ich in Dresden bin oder in Köln. Man kann gut und gern behaupten, dass du mit deinem Stil die „Nation spaltest“. Auf der einen Seite lieben dich die Fans und auf der anderen Seite haben sie Tomaten in den Händen. Wie fühlst du dich damit?
Ich freue mich sehr über jeden Einzelnen, der mich mag und versuche die, die mich nicht mögen einfach zu ignorieren. Und ich gebe immer mein Bestes. Und natürlich träume ich davon,irgendwann alle von der Electrolore zu überzeugen.
Kam es schon vor, dass du auf Veranstaltungen warst, wo du nur ausgebuht wurdest?
Nicht oft, aber ja, das ist mir passiert. Ich spielte im letzten Jahr im Vorprogramm der New Wave-Gothic-Band And One und da wurde ich in Dresden von Tausenden von der Bühne gepfiffen. Das muß man mal erlebt haben! Du hast in einem früheren Interview gesagt, dass du keine Message oder Botschaft in deine Texte einbaust, es sei dir „nur“ wichtig, dass die Leute feiern. Heißt das, du denkst beim Schreiben der Texte nicht großartig nach, weil du glaubst die Leute hören sowieso nicht auf den Text solange der Sound stimmt?
Na ja, ich meine eher, dass ich nicht politisch bin. Ich mag keine politische Musik, Musik ist für mich was Schönes, Unterhaltung und Spaß. Aber natürlich gebe ich mir Mühe bei meinen Texten. Ich glaube einfache lustige Texte zu schreiben ist schwieriger als das pseudo-poetische Zeug was heutzutage bei deutschen Bands so modern ist.
Als Frau interessiert mich jetzt: Wer sucht deine Klamotten aus, stehst du selbst vor dem Kleiderschrank?
Ich suche sie mir selbst aus, ich schwöre. Aber das ist nicht so schwer, da ich nicht allzu viele Klamotten habe. Soll die Pinke Hose oder das Pinke Sweatshirt etwas Besonderes aussagen oder gefällt dir die Farbe einfach nur?
Ich habe mir nie was dabei gedacht, erst durch die ganzen Reaktionen habe ich gemerkt, dass die Farbe rosa wohl irgendwie klischeebehaftet ist. Aber ich trage die Hose weiterhin!
Hast du oder nimmst du dir nach deinen Auftritten Zeit um mit den Party-Gästen zu feiern? Willst du das und wollen die Leute das?
Es kommt drauf an. Meistens endet es so, dass ich die ganze Zeit für Fotos posiere. Aber Lust habe ich schon.